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11. Mai 2015


Mit großer Freude können wir euch heute den offiziellen Teaser (also eine Art Trailer oder Vorschau) von wHole zeigen. Darin könnt ihr endlich auch einige animierte Szenen ansehen. Den kompletten Film wird es im Moment noch nicht öffentlich im Internet zu sehen geben, da wHole ja noch exklusiv auf Filmfestivals läuft.

Der Teaser wurde heute erstmals auf der Eyes and Ears Conference in Köln gezeigt. wHole wurde nämlich zusammen mit 2 anderen Finalisten zur EYES & EARS Junior Highlights 2015 ausgewählt! Ein genauerer Bericht dazu folgt noch!


Wir wünschen gute Unterhaltung und hoffen, dass der Teaser Lust auf mehr macht! ;)


Die Teaser-Musik wurde übrigens komplett neu von unserer Sounddesignerin Zeina Azouqa geschrieben und eingespielt. Weitere Musikbeispiele aus wHole kann man sich hier anhören.

28. Mai 2014


Postproduktion nennt man die Phase der Nachbearbeitung von Film- oder Musikmaterial. Das bedeutet alle Arbeitsschritte, die noch nach dem eigentlichen Shooting geschehen, sind sogenannte Post-production. Dazu gehören z.B. Schnitt, Vertonung, Bildretusche und Colorgrading (also Farbkorrektur).

Wir sind ja, wie hier bereits berichtet, mitten in der Animationsphase. Um die Deadline einhalten zu können müssen wir relativ zügig arbeiten und deswegen ist es nur ratsam die Bildretusche direkt nach dem erfolgreichen Dreh einer Szene durchzuführen. Dies erspart uns enorm Zeit und bietet außerdem die Möglichkeit der Kontrolle. Es ist einfacher direkt danach noch eine Szene nachzudrehen, falls etwas nicht passt.

Im ersten Schritt gilt es erstmal alle Hilfsmittel, die während einer Stopmotion-Animation so nötig sind aus dem Bild zu retuschieren. Was sind eigentlich Hilfsmittel? Nun trotz der sehr guten Beweglichkeit unserer Puppen können sie trotzdem nicht alles 100%ig greifen oder halten. Viele Objekte, die unsere Puppen in die Hand nehmen müssen zusätzlich fixiert werden. Wir benutzten vor allem Patafix von Uhu. Eine klebrige Knetmasse, die wiederverwendbar ist. Das fixierte Objekt muss nämlich in jeder Szene wieder abnehmbar und verschiebbar sein.

Leider ist es nicht immer möglich die Knete so anzubringen, dass sie im Bild nicht zu sehen ist. Manchmal will das Objekt einfach nicht kleben und der Animator ist gezwungen ziemlich viel vom dem Zeug zu  benutzen, damit das gewünschte Objekt nicht einfach wieder mitten im Dreh abfällt. Das ist immer sehr ärgerlich und frustrierend, denn man muss dann die Szene von vorne anfangen.

Hier ein Beispiel von Bildretusche (es wurde hier noch keine Farbkorrektur oder ähnliches vorgenommen):



In dieser Szene wird ein Objekt durch die Luft, in einen Art Mülleimer mit Metallschrott geworfen. Die Kugel muss an ein "Rig" (in diesem Fall ein Drahtgestell) angebracht werden. Das Rig hält uns das gewünschte Objekt in der Luft, sodass man in aller Ruhe ein Foto davon machen kann.

Wenn es nachher rausretuschiert wird, erhält man die perfekte Illusion eines frei fliegenden Objekts. Außerdem wurde auch noch ein kleiner Riss in das Objekt nachträglich eingebaut. Der Riss wurde einfach auf jedem einzelnen Bild per Hand draufgemalt (digital mit einem Grafiktablett).



8. Mai 2014


Seit dem 1.Mai haben wir nun offiziell mit den ersten Dreharbeiten begonnen! Juhuuu! :D Jeden Tag wird nun mindestens eine Szene abgedreht, damit wir im Zeitplan bleiben. Parallel dazu wird natürlich immer noch gebaut und gebastelt, denn noch sind nicht alle Puppen, Props und Setgegenstände fertig. Wir sind 3 Hauptanimatoren sowie 2 Zusatzanimatoren, die sich gegenseitig abwechseln. Zusätzlich dazu haben wir jemanden, der sich nur um Licht und die Kameraeinstellungen kümmert.

Gedreht wird in der eigens gebauten Animations-Kabine. Sie ist komplett Lichtdicht, aber hat leider auch keine gute Durchlüftung und ist somit etwas stickig und warm. Keiner weiß, wie es sich im Hochsommer wohl anfühlt, wenn man sich dort stundenlang einschließen muss. :D Es ist nämlich so, dass man während der Animation einer Szene auf keinen Fall die schwarze Verkleidung öffnen darf, damit sich die Lichtverhältnisse nicht zwischendurch verändern.

Wenn man in der Animationskabine ist, sollte man beachten möglichst dunkle Klamotten zu tragen, damit das Licht der Setbeleuchtung nicht wieder unkontrolliert z.B. von weißer Kleidung zurück geworfen wird. Dies würde man nämlich ebenfalls in den späteren Aufnahmen sehen.

Wie funktioniert nun Stop-Motion-Animation?
Nun auf dem aufgebauten, fest fixierten, Filmset steht entweder eine Puppe oder in unserem Fall ein Puppenarm (weil es sich bei dieser Szene nur um eine Nahaufnahme der Hand handelt). Der Arm ist auf dem Lochblech mit Schrauben ebenfalls fest fixiert.

Was sich bewegen kann sind die Armgelenke sowie Hand und die Finger. Wenn man nun darstellen will, wie die Hand ins Regal greift bewegt man zuerst die Hand komplett aus dem Bild der Kamera, macht ein Foto, bewegt die Hand ein kleines Stückchen weiter (es sind nur Millimeter) in das Bild der Kamera, macht wieder ein Foto, bewegt die Hand wieder ein kleines Stückchen vorwärts, macht wieder ein Foto und arbeitet sich dann so lange durch, bis die Hand beim Regal angelangt ist. Spielt man dann alle Fotos ganz schnell hintereinander ab, so entsteht die Illusion einer Bewegung - ähnlich wie bei einem Daumenkino.

Sobald man ausversehen an das Regal, die Kamera oder eines der Lampfen kommt, verzieht sich das Bild leicht (obwohl alles fixiert wurde) und man wird das in der späteren Animation als Sprung und Blitzer warnehmen. D.h. meistens, dass man die Animation löschen und von vorne anfangen kann, denn wie will man so eine minimale Verschiebung wieder zurecht rücken, damit alle Fotos wieder deckungsgleich sind?

Die Kamera wird übrigens nicht per Hand ausgelöst, denn sobald man die Kamera mal fester berührt, könnte sie sich ein paar Millimeter verschieben, sodass die Bilder danach nicht mehr 100%ig mit den Bildern davor übereinstimmen.
Normalerweise ist die Kamera mit einem Laptop (dieser muss ebenfalls bei jeder Aufnahme zugedeckt werden, damit kein Streulicht das Bild verfälscht) verbunden und kann von da aus gesteuert und fernausgelöst werden.

Für die Animation arbeiten wir außerdem mit einem Stopmotion-Programm, welches uns ebenfalls einige Sachen erleichtert. Z.B. spielt es einem die bereits animierte Bewegung in Endlosschleife ab, sodass man kontrollieren kann, ob noch alles stimmt. Trotz allem ist und bleibt die Stopmotion-Animation wirklich reine Handarbeit. Wir haben uns vorgenommen mit so wenig Nachbearbeitung am Rechner wie z.B. Spezialeffekte etc. auszukommen, wie möglich.
 
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