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22. September 2014


Erinnert sich noch jemand an die beiden Nachttischchen, die wir so mühsam und liebevoll aus Balsaholz gebaut haben? Wie das kleine Tischchen von unserem Mann gebaut wurde, haben wir bereits berichtet. Wie die Möbel das erste Mal einen farblichen Anstrich bekamen haben wir ebenfalls gezeigt.

Nun kann man beide Möbel auch endlich im fertigen Zustand bewundern, komplett mit allen vorgesehenen Requisiten bestückt.

Oben seht ihr das kleine Schränkchen von unserer Frau. Die komplette Keramik wurde von uns handmodelliert, die Pflanze ist aus verschiedenen Kunstblumen zusammen gebaut, die Bücher ebenfalls selbst gebastelt. Das Strickzeug ist aus einem Stück feinmaschiger Socke und 2 Stecknadeln (ohne Kopf).



Das Schränkchen vom Mann hat z.B. das selbstgemachte Augenglas aus Fimoaugen und Kleber, eine kleine Nachttischlampe aus Plastik und Draht, einen Hammer aus Holz und Milliput, Miniatur-Zeichnungen und sogar echte kasachische Hartkäsekrümel! :D

Wir sind sehr zufrieden mit beiden Objekten. Auch wenn sie im Film nicht lange zu sehen sind, so haben wir uns bemüht sie so detailliert bzw. realistisch wie möglich zu machen. Nur so ist das Filmset auch glaubhaft, denn hätte man nicht so viel Zeit in jedes einzelne Objekt gesteckt, so wären die Requisiten nur Mittel zum Zweck gewesen und der Zuschauer hätte sie eher als Kulisse wargenommen und die Geschichte und unsere Figuren eher mit einer gewissen Distanz angesehen. Wir aber wollen die Zuschauer mit unserem Film fesseln und mitreißen.

13. Mai 2014


So schön Requisiten auch sind, sie müssen fest fixiert werden, wenn sie auf einem Stopmotion-Filmset bestehen bleiben wollen. Dies wird vor allem mit Kleber gemacht, aber manchmal gibt es Situationen, wo ein Objekt während der Dreharbeiten nochmals seine Position wechseln muss. (Und manchmal hat man auch einfach nur eines der kleinen Requisiten so sehr ins Herz geschlossen, dass man es nicht für immer an ein anderes Requisit oder an ein Möbelstück kleben möchte. ;-))

Die perfekte Lösung bietet dafür Tacky Wax, auch unter dem Namen "Museum Wax" oder "Wachskleber" bekannt. Hierbei handelt es sich um eine klebrige Paste, die man an kleine Objekte schmieren und diese dann an einer beliebigen Stelle andrücke kann. Es bliebt einfach so haften, kann aber jederzeit wieder abgelöst werden und das Wachs lässt sich mit warmen Wasser rückstandslos entfernen.

Tacky Wax wird im Modellbau, im Puppenbau (auch bei Puppenhäusern), Dioramen (z.B. im Museum) eingesetzt. Es ist am Besten für kleine Teile geeignet, da seine Klebkraft nur begrenzt ist. Auch funktioniert es nicht so gut an zu glatten Oberflächen, da muss man einfach mal ausprobieren.


Einfach ein wenig Wax auf das gewünschte Objekt gleichmäßig beschmieren und auf eure gewünschte Oberfläche andrücken. FERTIG!

Zur besseren Veranschaulichung gibt es sogar ein kleines Video, indem man unser finales Küchenregal sieht. Alle Objekte darauf (mit Ausnahme der Kochlöffel und den Trockenkräutern, die mit Sekundenkleber geklebt wurden), sind mit Tacky Wax festgemacht und somit jederzeit weder abnehmbar.

Die unterlegte Melodie stammt übrigens von unserer Team-Internen Sounddesignerin, die damit ein paar Instrumente für unsere Filmmusik testen wollte. :)


Tacky Wax ist allerdings nur bei Props zu empfehlen, die z.B. nur im Hintergrund und nicht in der unmittelbaren Nähe der zu animierenden Puppe liegen. Damit erspart man sich einiges an Ärger, denn trotzdem besteht die Gefahr, dass man eines der Objekte mal etwas fester anstößt und es somit abfällt. Die animierte Szene kann man in dem Fall vergessen. ;)

4. Mai 2014


Unser Projekt beginnt immer mehr Form anzunehmen. Der Arbeitsstuhl vom Mann ist vor einigen Tagen fertig geworden. Der Stuhl war ursprünglich in einem Gefährt eingebaut worden. Unser Mann hat ihn von dort ausgebaut und als Sessel für seinem Arbeitstisch umfunktioniert. Aus diesem Grund hat er einen sehr mechanischen Look und passt optisch sehr gut zu all den technischen Bauteilen, die unsere Figur so baut. Unser Mann ist eben ein guter Erfinder! :)

Anders als bei einigen vorherigen Props und Möbeln ist dieser Stuhl von Anfang an modelliert worden. Modelle, bei denen man so gut wie keine vorgeformten Objekte oder vorgefertigten Bauteile benutzt, werden Scratchbau (engl.: Scratch Building) genannt. Man baut das Objekt sozusagen von Anfang an "aus dem Nichts". In diesem Fall wurden der Stuhl aus Keramiplast modelliert. Die Größe ist genau an unsere Puppen angepasst.  

Das Keramiplast haben wir auch bereits bei der Herstellung von Miniatur-Geschirr benutzt. Es verhält sich wie Knete oder Ton, ist ein sehr leichtes Material und trocknet an der Luft. Um z.B. die Rückenlehne in die gewünschte Form zu bringen wurde zuerst aus Styrodur eine Art "Schablone" zurecht geschliffen. Darauf konnte man dann die Keramiplast-Masse modellieren und das Ganze wird nach dem Trocknen einfach abgenommen. Sehr praktisch!


Die ganzen Ventile wurden aus Milliput modelliert. Dieses Material ist ein bisschen fester und wird nach dem Trocknen steinhart. Es ist besser für detaillierte Modelllage geeignet als Keramiplast, weil es sich nicht sofort verformt, sobald man es anfässt um z.B. mehr Details hinzuzufügen.


Nachdem alle Einzelteile getrocknet sind wurde das Objekt zusammen gebaut und geklebt. Danach konnten wir es endlich bemalen!

Zuerst wird erstmal mit Schwarz grundiert. Danach kann man weitere Details inform von weiteren Farbentönen und Metalliceffekten hinzufügen. Hierbei ist eine ruhige Hand gefragt!


Danach geht es ans Altern. Der Stuhl soll an vielen Stellen aufgeplatzten Lack aufweisen. Gebrauchsspuren, die eben ein alter ausgedienter Fahrzeugsitz haben muss. Hierzu trägt man an den Stellen, bei dem das Metall unter der Lackschicht wieder sichtbar werden soll Metallic-Farbe auf. Danach wurde das Ganze mit Haarspray behandelt und später mit einer verdünnten dunklen Farbmischung nochmals bestrichen und Teile davon wieder runter gerubbelt.

Kratzer dürfen natürlich auch nicht fehlen und leichter Rost oder Ölspuren machen sich bei solchen Objekten auch immer ganz gut. Man muss da einfach mal ausprobieren, es macht echt sehr viel Spaß Dinge versifft aussehen zu lassen! ;)


Der Stuhl bekommt später noch weitere Details wie z.B. eine gesticktes Deckchen. Ein kleiner Rückenschoner, den unsere Frau ihrem Mann sozusagen irgendwann mal angefertigt hat, um den Stuhl etwas "gemütlicher" zu machen.

3. Mai 2014


Unsere Jurte bekommt noch weiter Feinschliff. Es ist nämlich mit der Aussenverkleidung nicht getan. Sie muss noch viel wohnlicher gemacht werden und benutzter wirken. Um mehr Farbschattierungen zu erhalten und etwas Tiefe ins Bild zu bekommen haben wir die Innenwände noch mit einem Airbrush besprüht. Das erscheint auf dem ersten Blick als viel zu viel, allerdings sollte man beachten, dass unser Set (also die komplette Jurte) leicht transparent ist, damit es von hinten mit verschiedenen Lichtern beschienen werden kann. Dadurch entsteht eine andere Lichtstimmung, sodass man den Farbverlauf eher als Schatten warnimmt.

Den Holzrahmen für unser Hauptfenster haben wir ebenfalls bereits fertig gestellt. Der Rahmen besteht eigentlich aus Styrodur, ein feinporiger Schaumstoff, der eigentlich im Baugewerbe zur Dämmung von Häusern eingesetzt wird. Styrodur ist in der Stopmotion-Szene ein sehr beliebtes Arbeitsmaterial und sehr gefragt, vor allem bei den Profis. Es ist leicht, lässt sich beliebig verbiegen, schleifen und bemalen. Leider ist Styrodur relativ teuer, sodass wir nicht so viel davon einsetzen können. (An dieser Stelle herzlichen Dank an das zweite Stopmotion-Team im Filmstudio "Lure" für die bereitwillige Abgabe von Styrodur-Schnipseln! :) )



Diese Ringe wurden ganz ohne Hitzezufuhr oder ähnliches ganz langsam aus einem geraden Styrodur-Stäbchen gebogen und behalten ihre Form bei. Ist das nicht genial? :D Um eine Holzoptik zu erzeugen muss das Styrodur natürlich mit Maserungen versehen und schließlich entsprechend angemalt werden.



Der Tisch bzw. Die Werkbank für unseren Mann ist endlich fertig! :D Wie der Tisch von Anfang an entstanden ist, kann man übrigens hier nochmals nachlesen. Er ist komplett angemalt und auch schon gealtert (Kratzer, verschlissenes Holz, angerostetes Metall). Die verschiedenen technischen Apparaturen sind ebenfalls angebracht. Was fehlt sind die vielen verschiedenen Requisiten, die natürlich noch in den Regalen und auf dem Tisch liegen werden. Werkzeug, weitere Maschinen und verschiedene Werkstücke an denen unser Mann arbeitet.


Der Tisch besteht komplett aus Balsaholz, Plastik, ein wenig Metallteile, Draht und Schnur. Auch diese Rohre und Befestigungen aus vermeintlichem Metall sind größtenteils aus Plastik. Hierzu muss erwähnt werden, dass wir wirklich höchst zufrieden mit der Metallic-Farbe von der Marke Tamiya sind. Die verwandelt einfach alles in Metall, egal ob es vorher Pappe, Holz oder Plastik war. Am Ende (und mit entsprechender Alterung) kann man es von echtem Metall kaum mehr unterscheiden.

22. April 2014


Die Werkbank des Mannes ist vollgestopft mit lauter bizarren Erfindungen. Gebaut wird dieses Möbelstück aus Balsaholz und Plastikplatten, die unser Setbauer in Form geschnitten und in H-Form geklebt hat. So ahmt es sehr gut Metall nach.

Die Schränke, die unter der Tischplatte angebracht sind, bestehen einfach aus einem Würfel. Damit das aber mehr nach einzelnen Holzbalken aussieht werden einfach vorsichtig ein paar Linien in das Holz gedrückt (mit einem Modellierwerkzeug aus Plastik). Die Tischplatte hat außerdem auch noch ein paar ordentliche Kratzer bekommen um den langjährigen Verschleiß zu imitieren.


Im Vergleich zur Konzeptionszeichnung ist der Tisch auch etwas breiter geworden, damit alle Props und Requisiten gut zur Geltung kommen. Außerdem haben wir in unserer Jurte doch etwas mehr Platz als zuerst geplant. Jetzt muss der Tisch nur noch angemalt werden und die Holzkästen (die als Regale dienen) an ihre "Metallkonstruktion" befestigt werden. Darüber wird bald berichtet! :)

5. April 2014


Einer der Jungs aus unserem Team war wieder handwerklich fleißig und hat für uns diese tolle Animationskabine gezaubert! :) Einen Handwerker im Stopmotion-Team zu haben ist nie verkehrt! Auf dem Foto sieht man übrigens, dass die Kabine im großen Filmstudio gezimmert wurde. Ein Raum, der vor allem für Vorlesungen und Studio-Drehs von Realdreh-Teams genutzt wird. Unsere Werkstätten befinden sich im oberen Stockwerk.

Wie viele wissen sind beim Dreh oder Schießen von Stopmotion-Animationsszenen die Lichtverhältnisse sehr wichtig. Verändert sich das Umgebungslicht auch nur minimal so wird man das später in den Aufnahmen als Flackern wahrnehmen. Deswegen setzen die meisten Filmemacher Molton (ein dicker, schwarzer, lichtundurchlässiger Stoff) ein, um das Set abzuschirmen. Molton wird auch im Realdreh und in der Fotografie eingesetzt um ungewünschtes Licht abzudecken, damit man mit eigenem Licht mehr Kontrolle auf das Gesamtbild hat.


Da wir im Moment 2 verschiedene Stopmotion-Teams sind (auch dieser Film wird auf der Fall-Collection der Ohmrolle zu sehen sein!) und beide wahrscheinlich auch mal parallel drehen werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir uns mit unseren verschiedenen Lichtsettings in die Quere kommen könnten. Eine Animationskabine dieser Art schirmt wirklich alles Licht von unserem Set ab und garantiert hoffentlich störungsfreie Aufnahmen.

Wie viele vielleicht auch schon bemerkt haben, ist unser Arbeitsbereich komplett umgestellt worden. Der Raumtrenner (eigentlich ein Tresen) wurde von uns entfernt und somit haben wir genug Platz für die Animationskabine.


1. April 2014


Viele Leute haben sich gefragt mit was unsere Jurte wohl verkleidet wurde. Die Antwort ist ganz einfach! :) Man nehme mehrere Packungen Taschentücher (am Besten ohne Muster), etwas lösliches Kaffeepulver, Holzleim und etwas Wasser.

Gemischt wird im Verhältnis 1:1. Ein Teil Kaffeewasser und ein Teil Holzleim. Sieht dann von der Farbe so aus wie Latte Macchiato. :) Zusammen gemischt ergibt das eine gute Mischung, um die Taschentücher komplett zu benetzten und an das Eisengitter zu fixieren. Nachdem alles getrocknet ist verfärbt sich alles etwas dunkler. Das Material ist dann sehr gespannt und steinhart. Es hat dann eine leichte Lederoptik, die wir erzielen wollten :)



Wir haben die Jurte sowohl innen, als auch außen auf diese Weise verkleidet. Man sieht immer noch das Eisengitter durchscheinen, aber gerade das finden wir eigentlich sehr schön. In echten Jurten sieht man innen noch das komplette Gerüst und die ganzen Holzstreben werden nicht verdeckt.

Desweiteren ist das Material leicht transparent und lichtdurchlässig. Auf diese Weise können wir durch Lichtsetzung von außen verschiedene Lichtstimmungen in der Jurte erzeugen. Dies war auch ein Teil unserer Konzeption.

Aktuell werden die Kamera-Klappen noch optimiert und außerdem die Fensterrahmen sowie die Fenstergläser angebracht. Außerdem wird die Jurte optisch noch ein bisschen "used" gemacht. Mehr Patina muss noch her! :)

28. März 2014


Um zu überprüfen, wieviele Props wir noch benötigen, was funktioniert und was nicht haben wir probeweise schonmal das Küchenregal mit den Requisiten befüllt. Das Regal ist, was die Aufteilung angeht, etwas von unserem Conceptart abgewichen, da unser Ausgangsmaterial (ein Holzgitter aus einem Schrank) nicht mehr so einfach zu verändern war. Die Regalaufteilung ist nun anders, sodass viele große Props nicht mehr in das Regal passen.

Trotzdem sind wir ganz zufrieden mit der Optik, die unser Regal im Moment hat! :)


Die ganze Aktion hat uns aber auch die Augen geöffnet im Bezug auf Props. Wir brauchen noch viel mehr Props, damit die komplette Jurte realistisch und somit authentisch aussehen kann. Wenn nur ein paar Gegenstände vereinzelt im Raum herumstehen sieht es schnell gestellt aus. Ein gutes Set benötigt genug Props um ein natürliches Chaos eines Wohnraums erschaffen zu können. Also werden wir uns noch mehr reinhängen müssen! :)

Sobald alle Objekte ihren festn Platz gefunden haben müssen sie übrigens an diesen Platz festgeklebt werden, damit sie während den Animationsarbeiten nicht verrutschen und man das somit im Film sieht. Ein Schritt, der einem Propbauer ein wenig das Herz blutet, weil man die Dinge nicht mehr in die Hand nehmen kann. Aber da muss man wohl durch ;)


 
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