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22. September 2014


Erinnert sich noch jemand an die beiden Nachttischchen, die wir so mühsam und liebevoll aus Balsaholz gebaut haben? Wie das kleine Tischchen von unserem Mann gebaut wurde, haben wir bereits berichtet. Wie die Möbel das erste Mal einen farblichen Anstrich bekamen haben wir ebenfalls gezeigt.

Nun kann man beide Möbel auch endlich im fertigen Zustand bewundern, komplett mit allen vorgesehenen Requisiten bestückt.

Oben seht ihr das kleine Schränkchen von unserer Frau. Die komplette Keramik wurde von uns handmodelliert, die Pflanze ist aus verschiedenen Kunstblumen zusammen gebaut, die Bücher ebenfalls selbst gebastelt. Das Strickzeug ist aus einem Stück feinmaschiger Socke und 2 Stecknadeln (ohne Kopf).



Das Schränkchen vom Mann hat z.B. das selbstgemachte Augenglas aus Fimoaugen und Kleber, eine kleine Nachttischlampe aus Plastik und Draht, einen Hammer aus Holz und Milliput, Miniatur-Zeichnungen und sogar echte kasachische Hartkäsekrümel! :D

Wir sind sehr zufrieden mit beiden Objekten. Auch wenn sie im Film nicht lange zu sehen sind, so haben wir uns bemüht sie so detailliert bzw. realistisch wie möglich zu machen. Nur so ist das Filmset auch glaubhaft, denn hätte man nicht so viel Zeit in jedes einzelne Objekt gesteckt, so wären die Requisiten nur Mittel zum Zweck gewesen und der Zuschauer hätte sie eher als Kulisse wargenommen und die Geschichte und unsere Figuren eher mit einer gewissen Distanz angesehen. Wir aber wollen die Zuschauer mit unserem Film fesseln und mitreißen.

2. Juli 2014


Unsere Puppen sahen bereits mit den fertigen Augen, der Maske und den Haaren schon ziemlich gut aus, allerdings war der Gesichtsausdruck sehr starr und der Blick total stechend.

Wie bekommt man noch mehr Emotionen in eine Figur rein, die insgesamt nur 5 verschiedene Gesichtsausdrücke hat? Die Antwort lautet: Flexible Augenbrauen und Augenlider! Nur mit diesen beiden Dingen wirkt ein Gesicht natürlich und lebendig!


Unsere Augenlider sind aus weißem Milliput modelliert. Das weiße Milliput ist stabiler und ist deswegen teurer. Wir nutzen es sparsamer, als das gelbe Milliput. Bei der Modellage wird eine Kugel als Schablone für den Augapfel benutzt und auf diese Weise versucht das Ganze so passgenau an die Maske zu modellieren wie möglich. Da unsere Masken untereinander kleine Größenunterschiede haben ist keine Garantie vorhanden, dass auch jedes Augenlid überall gleich gut sitzt. Allerdings ist es kein zu grober Fehler.

Nach dem Trocknen ist das Augenlid sehr hart und kann dann angemalt werden. Um z.B. einen Wimpernschlag zu animieren brauchen wir mehrere Phasen, d.h. mehrere Zustände des Augenlids. Von ganz offen bis zu ganz geschlossen. So wird das Augenlied während der Animation immer der Reihe nach eingesetzt, fotografiert und wieder mit dem nächsten ausgetauscht und fotografiert. Am Ende wird die Illusion eines Blinzelns erzeugt.

Die Augenlider und ihre Phasen sind natürlich auch bei jedem Auge anders und müssen deswegen alle individuell für beide Puppen hergestellt werden. Eine sehr langwierige Arbeit, die sehr viel Geduld und Fingernspitzengefühl beansprucht. Unsere Puppenbauer haben es hinbekommen! :)


Die Augenbrauen unserer Puppe sind aus zusammen geklebtem Garn, indem ein kleiner Draht eingearbeitet wurde. Auf diese Weise lassen sich die Augenbrauen verformen und bieten somit die Möglichkeit von sehr vielen unterschiedlichen Ausdrücken. Auf dem unteren Fotos sind die Augenbrauen noch gerade beim Bemalen.


Angebracht werden sowohl Augenlider, alsauch Augenbrauchen mit Tacky-Wax, da sie ja leicht wieder abnehmbar sein sollten. 

Was wir bis jetzt festgestellt haben:
Die Augenbrauen sind der Tod jedes Animators!!!! Es gibt Strecken, da halten die echt gut und alles funktioniert bestens. Leider passiert es viel zu oft, dass sie während der Animation einfach abfallen, oder man beim Anbringen der Augenbraue etwas zu stark mit der Pinzette aufdrückt und die Braue einfach wegspringt. Es dauert dann immer ewig, bis das Teil wiedergefunden wird und ist sehr nervig. Einfach mit einer anderen ersetzen geht oftmals nicht, wenn man gerade mitten in einer Szene ist. Den Unterschied würde man merken. Bis jetzt haben wir sie zum Glück immer wieder rechtzeitig gefunden. Eine besserer Klebstoff, als Tacky-Wax haben wir bis jetzt noch nicht gefunden, da die Augenbrauen noch beweglich sein müssen, damit man sie verschieben kann.


Ist unser Mann nicht total cool? ;D

8. Juni 2014


Bereits hier hatten wir von den Mustern berichtet, die unsere Frau auf ihrem Kleid hat. Nun haben wir den Entwurf umgesetzt! :)

Ähnlich wie bei den Ärmeln verwendeten wir weiße Stofffarbe. Damit das Muster möglichst gleichmäßig aussieht haben wir eine Schablone gemacht. dazu wurden einfach Kreppband (Malerkrepp) auf einer sauberen Fläche aufgeklebt und das Muster per Hand mit Skalpell oder einem Cutter vorsichtig reingeschnitten. Das Kreppband kann man danach wieder von der Fläche in einem Stück lösen und vorsichtig auf den Stoff angebracht werden.

Die Kreise sind einzeln ausgeschnitten und zusätzlich auf die Schablone angebracht. Für dieses Muster mit dem Halbkreis und dem Punkt in der Mutte haben wir einen kleinen Stempel geschnitzt und konnten somit relativ gleichmäßig die Stofffarbe auf das Kleid auftragen und nochmals nachziehen.

Es war für uns einfacher das Muster erst nach Fertigstellung des Kleidungsstückes anzubringen. Da wir kein richtiges Schnittmuster hatten, sondern das Kleid eher Stück für Stück am Körper der Puppe geformt haben.


12. April 2014


Was ist zu beachten, wenn man Kleidung für Stopmotion-Puppen nähen will? Nun vor allem sollte darauf geachtet werden, dass der Stoff elastisch, also ein Stretch-Stoff, ist. Im Gegensatz zu anderen Stoffarten wie z.B. normaler Baumwollstoff weitet sich der Stretch-Stoff beim Bewegen aus und zieht sich danach aber immer wieder zurück. Er leiert sozusagen nicht so einfach aus. Das ist für die Animation sehr wichtig, denn wenn die Kleidung nach einer Weile nicht mehr so perfekt sitzt, wie am Anfang wird man das später in den Aufnahmen merken.

Damit die Kleidung realistisch wirkt sollten die Muster und Maschen auch möglichst fein sein und der Stoff dünn. Auch ist es von Vorteil, wenn der Stoff nicht unbedingt nagelneu ist. Sehr gut eignet ich deswegen Stoff von alten T-Shirts. Durch die vielen Waschgänge in der Waschmaschine wirkt der Stoff mehr gebraucht und dadurch einfach authentischer.


Da unsere Gliedmaßen auswechselbar sein müssen, haben wir mehrere Ersatzteile. Diese müssen alle mit Stoff versehen werden. Damit man die Übergänge nicht sieht, sollte das Charakter-Design bzw. das Kostüm-Design so angelegt sein, dass es diese Stellen gut kaschiert. In unserem Fall ist ein längeres Kleid, ein Mantel oder eine Tunika, die über die Hüfte geht, sehr vorteilhaft.

Die Kleidung muss so eng wie möglich an die Puppen genäht werden, damit der Stoff besser kontrollierbar ist und z.B. an ungewollten Stellen keine Falten wirft.


Was die Muster an der Kleidung der Frau angeht, haben wir uns entschieden diese mit Stofffarbe darauf zu malen. Stofffarbe ist flexibel zum Stoff und blättert (hoffentlich) nicht so schnell ab. Hier wird gerade das Muster an den Ärmeln der Frau gedruckt.


Wir sind im Team schon alle sehr neugierig, wann unsere Puppen ihre kompletten Kleider bekommen. Wir können es kaum erwarten! Bis jetzt sieht es ja sehr gut aus! :)


5. Februar 2014


Im Puppenbau geht es jetzt daran die Frisur und die Kleidung bei den Testpuppen auszuprobieren. Wir wollen sehen, wie sich der Stoff auf dem Puppenkörper verhält und wie sich das an der Figur der Puppe auswirkt. Auch die Haare haben wir schon versucht mit Draht und Schaumstoff zu modellieren.

Es war gar nicht so einfach (vor allem beim Mann) die Haare so hinzubekommen, dass er nicht aussieht wie Barbie's Ken. Bei der Frau war es dagegen schon etwas einfacher. Wir haben in die Haare Draht eingearbeitet, damit die Strähnen beweglich und animierbar sind. Im Laufe des Films wird die Frau nämlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht wischen und eventuell sollen die Haare ja auch beim Gehen mitwippen können. :)

Man muss hier dazusagen, dass die echten Puppen später noch eine Art "Echthaarimitat" bekommen, also keinen reinen Schaumstoff als Frisur haben werden. Der Schaumstoff wird aber warscheinlich als untere Schicht zum Modellieren und befestigen genutzt.



Bei den Kleidern und den Haaren müssen wir noch einen Weg finden, wie wir den eckigen Stil der Figuren am Besten umsetzen könnten. Da der Schaumstoff nachgiebig ist, ist es nicht so einfach Kanten zu definieren. Die Kleidung wird auch sehr eng am Körper drangenäht, sodass wir im Moment hoffen, dass wir durch einen besseren Schnitt der Kleidung unserem Ziel näher kommen können.

19. Dezember 2013



Anhand von vielen gesammelten Moodbildern entwickelten wir verschiedenste Farbentwürfe für die Figuren. Da wir noch nicht wissen, ob wir vielleicht im Laufe der Produktion mit Greenscreen arbeiten werden oder nicht, haben wir bei der Farbauswahl auf die Farben Grün/Türkis verzichtet. Das oben abgebildete Bild ist final.






Auch von unseren zweiten Hauptfigur gibt es verschiedenste Farbkonzepte. Genau wie bei der Frau bekommt der Mann ein Überkleid, welches er am Tag anhat. Das Unterkleid sieht man dann in den Nacht-Szenen in der Geschichte.




8. Dezember 2013

Im Laufe der Konzeption wurden einige Entwürfe für Kleidungsstücke entwickelt, die unsere beiden Hauptfiguren tragen könnten. Am Anfang wurden ganz unterschiedliche Entwürfe gemacht. Sie sind alle etwas inspiriert von verschiedensten Ethnischen Bevölkerungen.

Aus den Favoriten wurden dann Modelle entwickelt, die sich speziell für die Stop-Motion-Animation am Besten eignen. Da beim Animieren nichts herumwackeln darf sind daher weitgeschnittene Kleider schwerer handzuhaben. Am Besten sind Kleidungsstücke geeignet, die eng am Körper liegen.



 
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