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24. September 2014


Das ist der Tisch, an dem unsere Frau täglich ihren Handarbeiten nachgeht. Unsere beiden Figuren benutzen ihn auch als Esstisch. Auf dem Tisch ist deswegen immer ein Teekanne mit frischgebrütem Tee und Knabberzeug (echter kasachischer Hartkäse) vorhanden.

Die Tischdecke ist handgestickt. Der Webrahmen besteht tatsächlich aus Holz und der rote Faden wurde tatsächlich mit der Hand in den Webrahmen eingearbeitet. Die Keramik besteht aus Keramiplast und das Schälchen mit dem Hartkäse ist eigentlich eine Eichelkappe, die wir zurecht geschliffen haben. Die Schere besteht aus Draht und Keramiplast.

Ich finde, was hier besonders gut gelungen ist, ist diese Used-Optik. Man kauft es den Möbeln ab, dass sie wirklich schon etwas älter sind und täglich in Benutzung. Trotzdem sehen sie nicht zu heruntergekommen aus, da sie ja trotzdem gehegt und gepflegt werden.

Außerdem seht ihr nochmal die fertige Truhe, die wir damals mit Plastikplatten und Styrodur zusammen gezimmert haben.


22. September 2014


Erinnert sich noch jemand an die beiden Nachttischchen, die wir so mühsam und liebevoll aus Balsaholz gebaut haben? Wie das kleine Tischchen von unserem Mann gebaut wurde, haben wir bereits berichtet. Wie die Möbel das erste Mal einen farblichen Anstrich bekamen haben wir ebenfalls gezeigt.

Nun kann man beide Möbel auch endlich im fertigen Zustand bewundern, komplett mit allen vorgesehenen Requisiten bestückt.

Oben seht ihr das kleine Schränkchen von unserer Frau. Die komplette Keramik wurde von uns handmodelliert, die Pflanze ist aus verschiedenen Kunstblumen zusammen gebaut, die Bücher ebenfalls selbst gebastelt. Das Strickzeug ist aus einem Stück feinmaschiger Socke und 2 Stecknadeln (ohne Kopf).



Das Schränkchen vom Mann hat z.B. das selbstgemachte Augenglas aus Fimoaugen und Kleber, eine kleine Nachttischlampe aus Plastik und Draht, einen Hammer aus Holz und Milliput, Miniatur-Zeichnungen und sogar echte kasachische Hartkäsekrümel! :D

Wir sind sehr zufrieden mit beiden Objekten. Auch wenn sie im Film nicht lange zu sehen sind, so haben wir uns bemüht sie so detailliert bzw. realistisch wie möglich zu machen. Nur so ist das Filmset auch glaubhaft, denn hätte man nicht so viel Zeit in jedes einzelne Objekt gesteckt, so wären die Requisiten nur Mittel zum Zweck gewesen und der Zuschauer hätte sie eher als Kulisse wargenommen und die Geschichte und unsere Figuren eher mit einer gewissen Distanz angesehen. Wir aber wollen die Zuschauer mit unserem Film fesseln und mitreißen.

2. Juli 2014


In unserem Film gibt es so einige Nachtszenen. Und natürlich haben unsere Figuren in ihrer Jurte auch verschiedene Lichtquellen. Wie z.B. diese Nachttischlampe der Frau. Damit die Lampe später im Film dann auch richtig leuchtet wird eine kleine LED eingebaut. Betrieben wird sie mit einer einfachen 9V Block-Batterie.

Hier kann man schön den Entstehungsprozess der Lampe sehen:
Zuerst werden die Einzelteile aus Fimo und Keramiplast modelliert. Das Fimo muss im Ofen gebacken werden, damit es hart wird. Das Keramiplast ist lufttrocknend und braucht dafür ungefähr einen Tag. Der Rest bestet aus Draht und Milliput.

Danach werden die Einzelteile mit Tamiya- und Revell-Farben bemalt und zusammen geklebt. Die fertige Lampe sieht man in dem obersten Bild.






28. Mai 2014


In den nächsten Tagen werden einige Closeup-Szenen gedreht in denen unsere Frau auf dem Arbeitstuhl zu sehen ist. Im Hintergrund der Arbeitstisch. Da es hierbei um eine Nachaufnahme des Gesichts handelt ist der Hintergrund nur sehr unscharf und nicht so viele Sachen zu sehen. Trotzdem muss das Set schonmal so detailliert wie möglich aufgebaut werden, denn der Tisch wird noch in vielen anderen Szenen zu sehen sein.


Hier kann man gut sehen wie unser Setbauer gerade dabei ist das Set einzurichten. Viele Objekte links und rechts sind noch nicht an ihrem richtigen Ort (wie z.B. die Energieverteilungsanlage) oder die Teppiche.

Das macht aber noch nichts, denn diese Dinge werden noch nicht zu sehen sein. Gerade versucht er kleine Skizzen und Notizen vom Mann an die Wand vor der Arbeitsbank anzubringen. Eine ziemliche Friemelarbeit, da das Set so klein ist und unsere Jurte so niedrig... :D


Hier schonmal ein Vorab-Foto vom Set. Das Licht wird später noch komplett anders eingestellt und wie gesagt sind die Objekte links und rechts der Werkbank noch nicht final. Ebenfalls fehlt hier noch der Arbeitsstuhl im Bild. Das Bild lässt sich aber trotzdem sehen, oder? :) Schade, dass die meisten Sache nur irgendwo im Hintergrund verschwinden werden... Aber da muss man durch.

13. Mai 2014


So schön Requisiten auch sind, sie müssen fest fixiert werden, wenn sie auf einem Stopmotion-Filmset bestehen bleiben wollen. Dies wird vor allem mit Kleber gemacht, aber manchmal gibt es Situationen, wo ein Objekt während der Dreharbeiten nochmals seine Position wechseln muss. (Und manchmal hat man auch einfach nur eines der kleinen Requisiten so sehr ins Herz geschlossen, dass man es nicht für immer an ein anderes Requisit oder an ein Möbelstück kleben möchte. ;-))

Die perfekte Lösung bietet dafür Tacky Wax, auch unter dem Namen "Museum Wax" oder "Wachskleber" bekannt. Hierbei handelt es sich um eine klebrige Paste, die man an kleine Objekte schmieren und diese dann an einer beliebigen Stelle andrücke kann. Es bliebt einfach so haften, kann aber jederzeit wieder abgelöst werden und das Wachs lässt sich mit warmen Wasser rückstandslos entfernen.

Tacky Wax wird im Modellbau, im Puppenbau (auch bei Puppenhäusern), Dioramen (z.B. im Museum) eingesetzt. Es ist am Besten für kleine Teile geeignet, da seine Klebkraft nur begrenzt ist. Auch funktioniert es nicht so gut an zu glatten Oberflächen, da muss man einfach mal ausprobieren.


Einfach ein wenig Wax auf das gewünschte Objekt gleichmäßig beschmieren und auf eure gewünschte Oberfläche andrücken. FERTIG!

Zur besseren Veranschaulichung gibt es sogar ein kleines Video, indem man unser finales Küchenregal sieht. Alle Objekte darauf (mit Ausnahme der Kochlöffel und den Trockenkräutern, die mit Sekundenkleber geklebt wurden), sind mit Tacky Wax festgemacht und somit jederzeit weder abnehmbar.

Die unterlegte Melodie stammt übrigens von unserer Team-Internen Sounddesignerin, die damit ein paar Instrumente für unsere Filmmusik testen wollte. :)


Tacky Wax ist allerdings nur bei Props zu empfehlen, die z.B. nur im Hintergrund und nicht in der unmittelbaren Nähe der zu animierenden Puppe liegen. Damit erspart man sich einiges an Ärger, denn trotzdem besteht die Gefahr, dass man eines der Objekte mal etwas fester anstößt und es somit abfällt. Die animierte Szene kann man in dem Fall vergessen. ;)

5. Mai 2014


Unsere beiden Hauptfiguren haben in ihrer Jurte natürlich Teppiche ausgelegt. Diese dienen zur Wärmedämmung und als Fußbodenersatz. Teppiche kann man leicht einrollen und transportieren. Für Nomaden wäre das bestimmt praktisch. Viele alte und bunte Teppiche sollen es sein, aber wie stellt man am Besten so etwas her?

Man kann Teppiche natürlich selber weben oder sticken, wie wir es bereits hier ausprobiert haben. Das Ergebnis lässt sich sehen, aber leider ist diese Methode oftmals zu langwierig und man muss aufpassen, dass die Objekte nicht zu groß werden und somit aus dem Maßstab fallen. Wenn man Stoffe stickt so sollte man darauf achten, dass die Rückseite durch die Knoten usw. nicht zu dick wird, damit das Objekt noch ebenmäßig aufliegen kann. Manchmal hilft auch einfach mehrmaliges Bügeln.


Schneller geht es mit folgendem Trick: Besorgt euch verschiedene Stoffe z.B. Stoffmuster von Polstermöbeln (Danke an Polstermöbel-Werner für die großzügige Stoffproben-Spende!).

Meistens ist das eigentliche Muster viel zu groß (und auch nicht so hübsch, wenn man nur ein kleines Stück davon benutzt) und aus diesem Grund nicht so passend für den Maßstab unserer Puppen. Dreht man allerdings den Stoff um, so bekommt man häufig eine glatte, sehr feinmaschige Oberfläche. Diesen Stoff muss man nur noch zurecht schneiden und umnähen. Ein paar Fransen dran, und schon ergibt das einen wunderbar maßstabskonformen Teppich ohne viel Aufwand.


Wie man hier sehen kann ist das ursprüngliche Muster sehr groß und orange-farben. Kaum zu glauben, dass die Rückseite so ein schönes, buntes Streifenmuster hat. :) Auf diese Weise haben wir gleich einen ganzen Teppichhaufen gebastelt! Im Film wird der Fußboden nicht so oft zu sehn sein, sodass es sich nicht lohnt zu viele Teppiche selbst zu weben.

Wenn man einige Teppiche beisammen hat geht es ums Altern. Der Teppich darf ruhig Gebrauchsspuren aufweisen. Kleine Risse, die eventuell wieder geflickt wurden, Staub & Dreck sowie Flecken sollte man auf jeden Fall hinzufügen, damit es realistisch wird.

In unserem Fall haben wir den Teppich mit einer Mixtur aus Kaffee, Wasser & Farbe an unterschiedlichen Stellen kräftig bepinselt. Auf den noch nassen Teppich haben wir an bestimmten Stellen ein bisschen trockene Erde gestreut und in das Gewebe verrieben. Danach trocknen lassen und gegebenenfalls glatt bügeln. FERTIG! :)


28. März 2014


Um zu überprüfen, wieviele Props wir noch benötigen, was funktioniert und was nicht haben wir probeweise schonmal das Küchenregal mit den Requisiten befüllt. Das Regal ist, was die Aufteilung angeht, etwas von unserem Conceptart abgewichen, da unser Ausgangsmaterial (ein Holzgitter aus einem Schrank) nicht mehr so einfach zu verändern war. Die Regalaufteilung ist nun anders, sodass viele große Props nicht mehr in das Regal passen.

Trotzdem sind wir ganz zufrieden mit der Optik, die unser Regal im Moment hat! :)


Die ganze Aktion hat uns aber auch die Augen geöffnet im Bezug auf Props. Wir brauchen noch viel mehr Props, damit die komplette Jurte realistisch und somit authentisch aussehen kann. Wenn nur ein paar Gegenstände vereinzelt im Raum herumstehen sieht es schnell gestellt aus. Ein gutes Set benötigt genug Props um ein natürliches Chaos eines Wohnraums erschaffen zu können. Also werden wir uns noch mehr reinhängen müssen! :)

Sobald alle Objekte ihren festn Platz gefunden haben müssen sie übrigens an diesen Platz festgeklebt werden, damit sie während den Animationsarbeiten nicht verrutschen und man das somit im Film sieht. Ein Schritt, der einem Propbauer ein wenig das Herz blutet, weil man die Dinge nicht mehr in die Hand nehmen kann. Aber da muss man wohl durch ;)


15. März 2014


Nachdem die vielen kleinen Blumentöpfe angemalt wurden werden sie natürlich auch mit Pflanzen bestückt. Hierzu nutzen wir verschiedene Plastikpflanzen, die wir zusätzlich noch mit Farbe aufwerten. Auch gesammelt Trockenpflanzenteile eignen sich sehr gut, wenn man sie später noch anmalt.


Ein kleines Tutorial, wie man eine Miniaturpflanze "einpflanzt" :)

Schritt1: Blumentopf mit einem Kleks Kleber befüllen
Schritt2: Den Topf mit kleinen Stückchen Schaumstoff füllen und mit dem Kleber durchmischen. An der Stelle wo die Pflanze hineingesteckt werden soll, muss ein Loch hineingestochen werden
Schritt3: Die Oberfläche mit einer dicken Schicht brauner Acrylfarbe oder Abtönfarbe bestreichen und dabei den Schaumstoff etwas runter drücken
Schritt4: Nun feine Erde oder Sand darüber streuen und überflüssiges Material wieder herausschütten
Schritt5: Die Pflanze mit Kleber versehen und in die Erde stecken. FERTIG!



Wie man sehen kann sind nicht nur kleine Dinge wie Töpfe oder Vasen in Bearbeitung. Das große Regal ist fertig gestellt, eine Truhe, eine futuristische Mikrowelle, der große Holztisch und 2 kleine Hocker sowie ein paar Metalldosen für den Vorratsschrank und die Werkstatt des Mannes.


Die Truhe besteht aus Kunsstoffplatten sowie Styrodur. Die Platten wurden von uns mit Holzmaserung versehen. Die Mikrowelle besteht aus Kartonpapier und unzähligen Kleinteilen aus Elektroschrott, der Tisch und die Hocker sind aus Balsaholz wobei die Tischbeine aus normalen Holz geschnitzt wurden, die Dosen und Metallschalen bestehen aus dem Metall von Teelichtern.

All diese Sachen werden bald ebenfalls gefärbt und mit Patina versehen.

Nachdem wir jetzt wirklich mit super viele Farben in jeglicher Form ausgestattet sind, konnten wir endlich loslegen all die vorher gemachten Props einzufärben. Hier seht ihr ein paar Geschirr-Beispiele. Vor einigen Wochen waren sie noch schneeweiß aus Keramiplast geformt und nun erstrahlen sie in bunten Farben und Mustern.

Verschiedene Schalen, Vasen, Schatullen, Flaschen und Blumentöpfe. Wir haben zwischen Feinkeramik (für den Wohn- und Schlafbereich) und grober Töpferware (für Küche, Werkstatt und Garten) unterschieden.


Hier ein paar Detail-Shots! :) Eine kleine Reisschale oder Teeschale, eine Teekanne, eine Schmuckschatulle und eine große Obstschale in Bearbeitung. Die kleinen Perlen auf der Schmuckschatulle werden eigentlich in Nagelstudios für Fingernägeldesigns verwendet. :)


 
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